Mit Hochgeschwindigkeit zum Flugzeug-Bauteil
Für das gerade zu Ende gegangene Jahr 2009 erwarten die Airlines weltweit einen Verlust von neun Milliarden US-Dollar, so eine Mitteilung der International Air Transport Association (IATA). Natürlich haben deshalb auch Flugzeugbauer und ihre Zulieferer mit Umsatzrückgängen zu kämpfen. Für alle Flugzeugklassen verzeichnen die Hersteller dramatische Bestell-Rückgänge sowie Stornierungen bereits bestellter Flugzeuge. Folgerichtig wird in dieser Situation der Ruf nach Kostensenkungen – auch und gerade in der Produktion – immer lauter. Mit mehr Effizienz in schlankeren Produktionsstrukturen wollen sich viele Hersteller einen Wettbewerbsvorteil in einem Marktumfeld schaffen, das laut vieler Prognosen auch 2010 schwierig bleibt. Werkzeuge profitieren von diesem schärferen Blick auf die Kosten- und Effizienztreiber, denn durch höhere Standzeiten oder Schnittgeschwindigkeiten beeinflussen sie auch im Flugzeugbau unmittelbar die Effizienz des gesamten Produktionssystems. Das heißt: Je besser die Werkzeuge auf den jeweiligen Bearbeitungsprozess abgestimmt sind, umso wirtschaftlicher ist die Produktion. Zwei aktuelle Beispiele aus den USA bestätigen diese These. Hier sorgen Werkzeuge von LMT Onsrud für Leistungssprünge.
Ähnlich wie in der Automobilindustrie haben in der Luft- und Raumfahrtindustrie die Hersteller ihre Fertigungstiefe reduziert und immer mehr Produktionsschritte auf spezialisierte Zulieferer verlagert. Hersteller von Präzisionswerkzeugen sind durch diese Entwicklung gleich mehrfach gefordert. Zum einen stellen die neuen Leichtbaumaterialien enorme Anforderungen an die Werkzeuge selbst. Zum anderen sind mehr Unternehmen an der Produktion beteiligt. Umso unterschiedlicher sind deshalb auch deren spezifische Werkzeug-Anforderungen. Das beginnt damit, dass beispielsweise die CFK-Hersteller die Materialien kontinuierlich weiterentwickeln. Dadurch unterscheiden sich die ursprünglich bei der Entwicklung der Bearbeitungslösung verwendeten Werkstoffe von denen, die letztendlich in der Produktion eingesetzt werden. Außerdem gibt es deutliche Unterschiede bei der Maschinenbasis der Anwender. Die Bearbeitungszentren und Werkzeuge müssen dementsprechend für die jeweils zu fertigenden Werkstücke konfiguriert werden.
Ein Bearbeitungsschritt eingespart
Im Rahmen dieser Entwicklung nutzt LMT Onsrud sein Know-how und seine Erfahrung sowie die Einbindung in die LMT-Gruppe, um Anwender aus allen Bereichen weltweit mit einem umfangreichen Produkt- und Serviceangebot zu unterstützen. Aktuell profitiert zum Beispiel das amerikanische Unernehmen TECT Aerospace von diesem Know-how. Der große Zuliefererkonzern produziert zahlreiche, ganz unterschiedliche Bauteile für die Luft- und Raumfahrtindustrie – von Strukturteilen für Flügel und Rumpf über Bauteile für die Inneneinrichtung bis hin zu Flugzeugtüren. Bei der Herstellung von Komponenten aus Aluminium setzen die Experten ab sofort auf ein Werkzeug von LMT Onsrud für die High-Speed-Bearbeitung – den AMC-Finisher. Der entscheidende Vorteil: Mithilfe des Spezialfräsers entfällt ein Bearbeitungsschritt. „Bislang entstanden während der Fräsbearbeitung am Aluminium-Bauteil kleine Narben, die in einem zweiten Bearbeitungsschritt entfernt werden mussten – mit dem Risiko, dass die hochgenau zu bearbeitenden Bauteile dabei beschädigt und aussortiert wurden“, erklärt Tom Cornwell von LMT Onsrud. „Tests mit dem AMC-Tool machten schnell deutlich, dass diese Nachbearbeitung entfallen kann. Das Werkzeug lieferte schon im ersten Schritt die gewünschten Ergebnisse“, so Cornwell. Weitere Test sollen nun zeigen, ob mit höheren Abträgen beim Fräsen zusätzlich die Bearbeitungszeit des Bauteils verkürzt werden kann.Höhere Standzeiten bei der Edelstahl-Bearbeitung
Einen ähnlichen Erfolg weist das amerikanische Flugzeug-Zulieferunternehmen Capo Industries aktuell bei der Produktion eines Abluftgebläses auf. Ein dazugehörendes Bauteil aus Edelstahl wird mit einem LMT-Onsrud-Hartmetall-Fräser mit einer Aluminium-Titan-Nitrit-Beschichtung bearbeitet. Ergebnis: Im Vergleich zum vorher eingesetzten Werkzeug erreicht der LMT-Onsrud-Fräser um 25 Prozent höhere Standzeiten – und dass, obwohl mit dem Werkzeug ein zusätzlicher Arbeitsschritt am Bauteil durchgeführt wurde. In weiteren Tests soll jetzt die Spandicke beim Fräsen gesteigert werden, um somit auch die Gesamtbearbeitungszeit vermindern zu können.„Wir haben uns auf Werkzeuge für die Hochgeschwindigkeitsbearbeitung von Aluminium, Kunststoffen und Verbundwerkstoffen spezialisiert“, erklärt Leslie Banduch, Senior Vice President Sales & Marketing von LMT Onsrud die Erfolge. „Das zahlt sich bei der Leistungsfähigkeit der Werkzeuge aus. Zudem kennen wir als Engineering-Partner die Anforderungen der Luftfahrtindustrie ganz genau. In vielen Fällen entwickeln wir deshalb gemeinsam mit den Kunden die beste Werkzeuglösungen“, so Banduch.

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