Neue Welten, neue Werkzeuge

Mit der Wirtschaftskrise verändern sich die Technologien, Märkte und Strukturen der Unternehmen dynamisch. Auch LMT hat sich neu aufgestellt und geht mit Innovationen und neuer Vertriebsstruktur in die Offensive.

Die Zeichen grundsätzlicher Veränderungen sind unübersehbar: So hat China mit mehr als 6 Millionen Pkw und Lkw im ersten Halbjahr 2009 zum ersten Mal die USA als weltgrößten Automarkt abgelöst. Dort konnten die Hersteller nur 4,8 Millionen Fahrzeuge absetzen. Vor diesem Hintergrund ist es auch kein Wunder, dass Automobilkonzerne und Automobilzulieferer verstärkt in diesen und andere neue Märkte drängen, ihre Produktion internationalisieren und zugleich eng miteinander vernetzen. Das gilt auch für die LMT-Gruppe: Sie verstärkt ihre Aktivitäten im asiatischen Markt.

Mit Werkzeug-Innovationen treibt LMT die technische Entwicklung voran (hier: Segmentwälzfräser mit Wendeplatten).

Veränderte Marktstrukturen

Ähnlich wie in der Automobilindustrie verändert sich auch in anderen Branchen die Marktstruktur. So steht die Windkraftindustrie nach Aussage des Fachverbandes Power Systems im Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) in der Wirtschaftskrise zwar wesentlich besser da als der Durchschnitt. Das dynamischste Marktumfeld aber finden die Bauer von Windkraftanlagen ebenfalls in China, so die Einschätzung der Experten für den Energieanlagenbau. Die Außenhandelsexperten von Germany Trade and Invest bestätigen das: Allein 2008 habe China seine Windkraftkapazität auf über 12 Gigawatt (GW) verdoppelt. Die LMT-Gruppe profitiert von diesem Boom, weil die Nachfrage nach Werkzeugen zur Herstellung von besonders leistungsfähigen Zahn- und Getrieberädern steigt.

Chancen durch innovative Werkstoffe

Wie der technische Fortschritt Märkte verändert, zeigen unter anderem Composite-Materialien. Der Erfolg faserverstärkter Kunststoffe ist eng mit dem Trend zum Leichtbau bei Automobilen, Flugzeugen oder Windkraftanlagen verknüpft. Experten rechnen beispielsweise damit, dass der Markt für kohlenstofffaserverstärkte Kunststoffe langfristig um 15 Prozent jährlich wachsen wird, wobei die Wachstumsraten in Branchen wie der Luft- und Raumfahrtindustrie deutlich höher liegen. Diese Entwicklung bietet der LMT große Chancen. Mit Belin und Onsrud gehören gleich zwei Unternehmen zur Gruppe, die sich auf Werkzeuge für die Bearbeitung dieser Materialien spezialisiert haben.

Werkzeuge treiben Effizienz der Produktion

Die wirtschaftliche und technische Dynamik verändert auch die Rolle von Präzisionswerkzeugen. So hat sich laut der aktuellen VDMA-Qualitätsmanagementstudie die Zahl der Unternehmen, die ihre Gesamtkosten systematisch analysieren, seit 2005 nahezu verdoppelt. Werkzeuge profitieren von diesem schärferen Blick auf die Kosten- und Effizienztreiber, denn durch höhere Standzeiten oder Schnittgeschwindigkeiten beeinflussen sie unmittelbar die Effizienz des gesamten Produktionssystems. Das heißt: Je besser die Werkzeuge auf den jeweiligen Bearbeitungsprozess abgestimmt sind, umso wirtschaftlicher ist die Produktion. Das Potenzial solch maßgeschneiderter Werkzeuglösungen zeigen exemplarisch neue Beschichtungstechnologien. Waren bis Ende der 90er-Jahre nur etwa zehn Schichtsysteme am Markt verfügbar, haben Anwender heute die Auswahl unter mehr als 70 verschiedenen Schichtsystemen. Auch hier gilt: Je spezifischer die Schicht auf die Anwendung zugeschnitten ist, umso leistungsfähiger ist das Werkzeug. Beschichtungsentwicklung und Werkzeugwiederaufbereitung sind deshalb zentrale Bausteine der LMT-Strategie. Innovationen wie die Multilagenschicht Nanosphere für Wälzfräser oder Nanosphere Red für Vollhartmetallfräser zeigen, wie Anwender von diesen Kompetenzen profitieren, und die Effizienz ihrer Produktionsprozesse messbar und nachhaltig steigern.