Interview

Werkzeugtechnik 4.0

Intelligente Werkzeugsysteme, die Prozessdaten sammeln und austauschen, schaffen neue Möglichkeiten, Fertigungsabläufe zu optimieren und die Produktivität zu steigern. Als Innovationsführer bringt LMT Tools das nötige Entwicklungs-Know-how und Anwendungswissen für die digitale Transformation mit und entwickelt smarte Lösungen mit nennenswerten Vorteilen für den Kunden. Uwe Kretzschmann, Global Head of R&D bei LMT Tools, und David Szillat, Global Head of Product Lines bei LMT Tools, über die neue Welt der Werkzeugtechnik.

 

Welche Rolle spielen intelligente Werkzeugsysteme in der Industrie 4.0?

Kretzschmann: Werkzeuge bilden die Schnittstelle zwischen Maschine und Werkstück und verfügen damit über ein enormes Potenzial zur Optimierung von Fertigungsprozessen. Integrieren wir das Werkzeug in digitale, vernetzte Systeme, eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten zur Prozessüberwachung und -analyse und damit unglaubliche Chancen für beachtliche Verbesserungen in den Bereichen Effizienz und Prozesssicherheit. Insofern sind intelligente Werkzeuge ein essentieller Bestandteil zukunftsorientierter Produktionsprozesse.

Szillat: Vor allem im Bereich der komplexen Werkzeugsysteme wird die Digitalisierung daher verstärkt voranschreiten.

Wie sehen Werkzeuge für die Smart Factory aus?

Kretzschmann: Intelligente Werkzeuge kommunizieren und interagieren mit der Maschinensteuerung, Messsystemen oder weiteren Mobilgeräten. Sie sammeln, speichern und analysieren Daten über den Prozess und ihren Zustand und liefern dem Anwender sowie der Produktionssteuerung daher wichtige Informationen für weitere Handlungen. Bei der Herstellung von Bohrungen mit engen Toleranzen kann man Vorteile von smarten Werkzeugsystemen verdeutlichen. Ein Feature für unsere Feinbohrwerkzeuge sind Schneidelemente, die durch elektronische Komponenten eine automatische Verstellung erfahren. So können die Schneiden absolut präzise digital eingestellt und – wenn gewünscht – auftretender Verschleiß vollautomatisch kompensiert werden.

Szillat: Ein weiteres Beispiel sind unsere EVOline TangentialRollköpfe. Sie sind mit einem Sensor für Kraftmessungen ausgestattet. Beim Einfahren des Werkzeugs wird die Normkurve gemessen und als Benchmark für die nachfolgenden Rollprozesse auf einem Chip gespeichert. Im Werkzeugeinsatz liefern die gespeicherten Daten wichtige Informationen für die Optimierung des Rollprozesses. Mittels App können unsere Servicemitarbeiter die Daten auslesen und zusammen mit dem Kunden Prozessverbesserungen besprechen.

Wie profitiert der Kunde von der Kommunikation zwischen Werkzeug und Maschine?

Szillat: Das Thema Prozesssicherheit ist für unsere Kunden extrem wichtig. Intelligente Werkzeuge leisten hier einen wesentlichen Beitrag. Durch die kontinuierliche Überwachung und Analyse lässt sich Verschleiß frühzeitig erkennen und somit eine hohe Bauteilqualität mit minimalen Ausschussraten garantieren. Das senkt die Costs per Unit und steigert die Produktivität.

Vorausschauende Wartung gilt als ein Schlüsselthema der Industrie 4.0. Wie ist LMT Tools hier aufgestellt?

Szillat: Intelligente Werkzeuge wie der Rollkopf oder die Feinbohrwerkzeuge sind kleine, komplexe Hightech-Maschinen und müssen dementsprechend behandelt werden. Wir arbeiten daher an einem proaktiven Konzept, das den Kunden bei Inbetriebnahme, Service und Wartung optimal unterstützt. Auch hier werden intelligente Features zum Tragen kommen. So soll das Werkzeug künftig Feedback geben, sobald der nächste Wartungstermin ansteht – anfangs nach einer einprogrammierten Zeitspanne auf Grundlage von Erfahrungswerten, später auch abhängig vom tatsächlichen Bedarf. Hier sehen wir ebenfalls großes Potenzial.

Elektronik braucht Strom…

Kretzschmann: Ganz genau. Für den EVOline-Rollkopf haben wir einen neuen Ansatz gesucht – und gefunden. Die Lösung: Durch die rotierende Bewegung der Rollen lädt sich der im Rollkopf verbaute Akku während des Produktionsprozesses über Induktion selbständig auf. Darüber hinaus sorgen stromsparende Funktionen für eine bestmögliche Energieausnutzung.

Wie smart wird die Werkzeugtechnik in Zukunft noch werden?

Kretzschmann: Es wird eine zunehmende Kommunikation zwischen den intelligenten Werkzeugsystemen und den Maschinen stattfinden. Dabei kommt es auf die „Verarbeitung“ der Informationen durch die unterschiedlichen Protokolle der Maschinenhersteller und Steuerungssysteme an. Unser Ziel ist es, mit Partnern die Entwicklung geeigneter Lösungen an der Schnittstelle zwischen unseren Systemen und der Maschine voranzubringen.

Szillat: Auch in puncto Service und Wartung werden wir neue, innovative Wege gehen. Das gilt ebenfalls für die Integration von Zukunftstechnologien wie additive Fertigung oder künstliche Intelligenz.

 

Sie möchten mehr über unsere Werkzeughighlights erfahren? 

Jetzt entdecken

Erfahren Sie mehr über 
unsere smarten Werkzeuge

Sprechen Sie mit uns über die für Sie beste smarte Werkzeuglösung. Wir unterstützen Sie gern! 

LMT Tool Systems GmbH & Co. KG

Customer Service
Vogesenstr. 23
77933 Lahr
Germany

T   +49 7821 943-0
E   customer-service@lmt-tools.com